Reinigung, Hygiene und Werterhaltung für Industrie und Institutionen

Unter dem Motto "Reinigung, Hygiene und Werterhaltung für Industrie und Institutionen" wurde die Arbeitsgruppe I&I 1990 im Fachverband der chemischen Industrie eingerichtet. Unsere Mitgliedsunternehmen sind industrielle und gewerbliche Hersteller sowie Händler von Produkten und Systemen für Hygiene, Desinfektion, Reinigung und Werterhaltung für Österreichs Industrie, Gewerbe und Institutionen im Wert von über 100 Mio. Euro. 

Unsere Mitgliedsunternehmen unterstützen mit ihrer Tätigkeit in der Arbeitsgruppe I&I intensiv den Gedanken der Nachhaltigkeit durch eine ausgewogene Berücksichtigung von  umweltrelevanten, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten bei der Umsetzung ihrer maßgeschneiderten, kundenspezifischen Problemlösungen. Damit tragen sie aktiv zur Werterhaltung und in weiterer Folge zur Ressourcenschonung bei – zum Beispiel die Erhaltung von Gebäuden und Räumen durch Pflege, die Verlängerung der Gebrauchsdauer von Textilien und die Bewahrung der Lebensmittel vor Verderb.

Die Haupttätigkeit der Arbeitsgruppe I&I ist die breite Behandlung branchenspezifischer Fachthemen. Dazu zählen der interne Informationsaustausch bei Fragen der Produktsicherheit, Kennzeichnung und Informationsweitergabe bei chemischen Produkten, Gestaltung der gesetzlichen, ideellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch den aktiven und kompetenten Dialog mit Behörden, Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie den Abnehmerbranchen. Durch die gemeinsame Mitgliedschaft bei der europäischen Vereinigung AISE wird dieser Dialog in enger internationaler Abstimmung mit den Herstellern von Komsum-Produkten geführt. Der Sitz im Fachverband der chemischen Industrie gewährleistet auch die enge Abstimmung der Interessen mit anderen chemischen Branchen.

Um den Dialog mit den Kunden der Unternehmen der AG I&I noch effizienter zu gestalten, stehen wir als verlässlicher Partner gerne für fachliche Diskussionen, brancheninternen Erfahrungsaustausch und gezielte Anfragen zur Verfügung.

Positionen zu Branchenschwerpunkten

 

Quaternäre Ammoniumverbindungen (QAV): Rückstände auf Lebensmitteln

QAV-haltige Desinfektionsmittel werden seit Jahrzehnten in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt und haben sich dort aufgrund ihrer Wirksamkeit und der toxikologischen Unbedenklichkeit bewährt. Nach Anwendung der Desinfektionsmittel sind die behandelten, lebensmittelberührenden Oberflächen gründlich mit Trinkwasser nachzuspülen. Verbleibende geringste QAV-Rückstände können so zu keinen Grenzwertüberschreitungen auf Lebensmittel führen, die auf diesen Flächen produziert werden.

Seit etwa einem Monat erreichen die Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgruppe I&I im Fachverband der chemischen Industrie wiederholt Anfragen aus Betrieben der Lebensmittelwirtschaft zu  quartären Ammoniumverbindungen (QAV) meist verknüpft mit der Aufforderung nach Alternativprodukten zur Flächendesinfektion, die diese chemischen Substanzen nicht enthalten.

Hintergrund dieser Anfragen sind Untersuchungen in Deutschland zu Rückständen von quartären Ammoniumverbindungen, insbesondere Didecyldimethylammoniumchlorid (DDAC). Allerdings sind die deutlich erhöhten Grenzwerte auf eine Anwendung von quartären Ammoniumverbindungen bei der Nachbehandlung im Erntebereichen, dem Einsatz von bestimmten Pflanzenstärkungsmittel und/oder bei einem unsachgemäßer Einsatz in Waschprozessen zu Kontaminationen gekommen ist. Diese Produkte enthielten QAV und verblieben nach der Behandlung auf dem Lebensmittel. Dadurch bedingt wurde der in der EU geltende Höchstgehalt von 0,01 mg/kg Lebensmittel in der Analyse überschritten. Das Inverkehrbringen des betreffenden Pflanzenstärkungsmittels wurde in Deutschland zwischenzeitlich vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit sofortiger Wirkung widerrufen.

Gleichzeitig kommt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Bewertung zu dem Schluss, dass die bisher bekannten DDAC-Rückstände kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen.

Der Zusammenhang mit den aufgetretenen Kontaminationsfällen und QAV-haltigen Substanzen in Flächendesinfektionsmitteln kann nicht hergestellt werden und es gibt keinen Hinweis darauf, dass Wirkstoffe zur Desinfektion von harten Oberflächen bei sachgemäßer Verwendung und mit abschließender Nachspülung mit Trinkwasser für die Kontamination verantwortlich sind.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe I&I vertreiben Reinigungs- und Desinfektionsmittel, in denen ebenfalls DDAC und andere QAV als Aktivsubstanzen enthalten sind. Diese Wirkstoffe sind seit vielen Jahren etabliert und haben bei korrekter Anwendung eine sichere biozide Wirkung, verbunden mit vergleichsweise geringer Korrosivität auf empfindlichen Oberflächen, was sie sehr vielseitig verwendbar macht. Der signifikante Unterschied zwischen der Anwendung, die zu Rückständen im Lebensmittel geführt hat und der Anwendung in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ist, dass nicht das Lebensmittel, sondern die Oberflächen in den Verarbeitungsbetrieben damit behandelt werden. Um die Vorgaben der EU-Lebensmittelhygieneverordnung zu erfüllen, ist es dabei unabdingbar, die Leitlinien für eine gute Hygienepraxis einzuhalten. Beim Einsatz von Desinfektionsmitteln, die Rückstände hinterlassen können, hat eine Nachspülung mit Wasser von Trinkwasserqualität zu erfolgen.

Die korrekte Anwendung von nachweislich wirksamen Desinfektionsmitteln auf Basis von QAV ist nach wie vor ein sicherer und etablierter Beitrag zur guten Betriebshygiene, stellt keine Gefahr für die menschliche Ernährung dar und erzielt aktiven Verbraucherschutz, indem die Übertragung von Krankheitserregern in Lebensmittel effektiv unterbunden wird.

Kontakt/Ansprechpartner

Dr. Christian Gründling

05 90900 3348

gruendling@fcio.at

Microfasern - das Reinigungserlebnis?!

Ob auf oder über dem Boden, ob trocken, feucht oder nass angewendet, mit Microfaser-produkten erzielt man stets glänzende Reinigungsergebnisse

Was ist eine Microfaser überhaupt?

Eine Microfaser ist zehnmal dünner als ein menschliches Haar. Eine zehn Kilometer lange Faser wiegt nicht einmal ein Gramm. Diese feine, synthetische Faser ist nicht nur reißfester und robuster, sondern auch weicher und beweglicher, als herkömmliche Fasern.
Die einzelnen Fasern sind gesplittet. Dadurch können sie feinste Schmutz- und Fettpartikel aufnehmen und festhalten. Die Microfasern werden in einem speziellen Spinnverfahren hergestellt und nebst vielen anderen Artikeln auch zu Reinigungstüchern und Mops verarbeitet.

Was macht die Microfaser so erfolgreich?

Weich und beweglich dringen die Microfasern selbst in kleinste Poren ein. Auch laden sie sich im trockenen Zustand durch Reibung an einer Oberfläche elektrostatisch auf, ziehen so die Staubpartikel an und halten sie fest. Ölige und fettige Verschmutzungen, wie z.B. Fingerabdrücke auf glänzenden Oberflächen oder Glasscheiben, werden von den Microfasern rückstandsfrei und einfach beseitigt. Dank feinster Poren und Zwischenräume weisen die Microfasern, durch die sogenannte Kapillarwirkung, auch hervorragende wasseranziehende Eigenschaften auf.

Allzweckreiniger mit Alkohol und Tensiden unterstützen die Leistung der Microfasern und garantieren schnelles, streifenfreies Trocknen und effiziente Reinigung.

Microfaserprodukte für den täglichen Einsatz

Die Microfaserprodukte haben viele Vorteile. Tücher und Mops aus diesem robusten Material sind fusselfrei, langlebig und können viel öfter gewaschen werden als Produkte aus gewöhnlichen Fasern. Mit Microfaserprodukten reinigt man umweltfreundlich. Schon mit wenig Reinigungsmittel erreicht man eine porentiefe, gründliche Sauberkeit. Durch die gleichzeitige mechanische Wirkung lösen die Fasern selbst hartnäckige Verschmutzungen ohne große Kraftanstrengung.

Fachmännische Wartung von Reinigungsmaschinen notwendig

Bei Reinigungsmaschinen, die täglich im Einsatz stehen und perfekte Sauberkeit erbringen müssen, ist die richtige Wartung Voraussetzung für einwandfreie Funktion und lange Lebensdauer.
Nur fachmännisch gewartete und gepflegte Reinigungsmaschinen funktionieren einwandfrei, erbringen hervorragende Reinigung- und Hygieneresultate und garantieren die Werterhaltung der getätigten Investition.
Unter den Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgruppe I&I sind zahlreiche Anbieter von Reinigungsmaschinen. Diese unterhalten Servicenetze mit gut ausgebildeten Kundendiensttechnikern, welche Gewähr für fachmännische Arbeit bieten. Regelmäßige Wartung kann unerfreulichen Störungen vorbeugen und schafft Sicherheit.
Es empfiehlt sich daher, für jede neu in Betrieb zu nehmende Scheuer- und Kehrsaugmaschine der Abschluss eines Wartungsvertrages.

Ein Wartungsvertrag bietet folgende Vorteile:

- Werterhaltung der Maschine
- Schutz vor plötzlichem Ausfall
- klare Kostenrechnung
- keine Probleme mit der Gewährleistung
- gleichbleibende, perfekte Leistung

Die Wartungsverträge werden von den Mitgliedsfirmen der Arbeitsgruppe I & I nach den Bedürfnissen der Kunden zugeschnitten. In der Regel wird im Zuge einer durchzuführenden Revision auch die richtige Handhabung der Maschine überprüft und gegebenenfalls eine Nachschulung der Anwender durchgeführt.

Professionelle Reinigung im Gesundheitswesen

Ökologisch und ökonomisch ausgerichtete Reinigungsmittel für ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit

Der Kostendruck im Gesundheitswesen speziell in der Krankenhausreinigung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Kontinuierliche Kostenoptimierung ist zum Schlagwort in der Krankenhausreinigung geworden. Dahinter verbirgt sich die Reduktion der Gesamtkosten in der Reinigung. Oft wird versucht, durch Einsparung beim Bezug der Reinigungsmittel für die Unterhaltsreinigung und durch die Verwendung einfacher Hilfsmittel eine Reduktion der Reinigungskosten zu erzielen.
Dabei wird meist übersehen, dass der Anteil an chemischen Produkten und Geräten (Hilfsmitteln) meist nur zwischen 2 bis 4% der Gesamtkosten liegt.
Der Hebel zu einer möglichen Kostenreduktion kann, und das lässt sich unschwer erkennen, somit nicht in einer Reduktion der Beschaffungskosten, sondern nur im Gesamtablauf der Reinigung liegen. Selbstverständlich ist hier die gesamte Logistik vor der eigentlichen Reinigung und alle Arbeitsabläufe nach der Reinigung wesentlich.

Dies stellt an die einzelnen Komponenten hohe qualitative Anforderungen:

Anforderungen an die Reinigungsvorbereitung und Dosiertechnik:
1. Anwendungssicherheit - Personalschutz
2. Einfache Handhabung - Fehlervermeidung
3. Dosiergenauigkeit – Hygienesicherheit 
4. Umweltschutz  - keine Überdosierung (Dosiergenauigkeit).

Anforderung an die Reinigungswagen
1. Reinigungswagen sollen zügiges Arbeiten sicherstellen
2. Hohe Ansprüche an Ergonomie „einfache Handhabung – schnelleres Arbeiten“
3. Großes Fassungsvermögen zur Reduzierung der Rüstzeiten
4. Lagerbehälter für Reinigungsbezüge in verschiedenen Farben den Reinigungsaufgaben zugeordnet (z.B. rot für den Sanitärbereich)
5. Trennung von reinen und gebrauchten Reinigungsbezügen und Wischtüchern
6. Leicht zu reinigende Hilfsmittel

Anforderungen an den Reinigungsbezug:
1. Großes Flüssigkeitsaufnahmevermögen (Wasserspeichervermögen) zum „Transport“ der Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittel im Reinigungsbezug
2. Gleichmäßige dosierte Flüssigkeitsabgabe während des Nasswischens
3. Hohe Schmutzaufnahme und hohes Schmutztragevermögen
4. Hohe Waschstabilität

Anforderungen an die Fußbodenreinigungschemie:
1. auf leistungsfähiges Nasswischen abgestimmt.
2. Spontane Reinigungskraft – Wirkung innerhalb von Sekunden
3. Hohe Emulgier- und Dispergierkraft
4. Rückstandsfrei
5. Für den Einsatz auf Dispersionen abgestimmt
6. Höchstmaß an ökologischem Aspekt für den sensiblen Bereich der Krankenhausreinigung abgestimmt

Anforderungen an die Waschtechnik:
1. Hygienische Waschprozesse mit zertifizierten Produkten und Prozessen.
2. Der Waschprozess soll zeitsparend und effizient sein

Seit Jahren beschäftigen sich die Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgruppe I&I mit rationellen Reinigungsmethoden speziell in der Krankenhausreinigung.

Mit neuen ökologisch und ökonomisch ausgerichteten Reinigungsmitteln ist ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit gegeben. 
• Hohe Reinigungsleistung auch bei geringer Dosierung
• Hohe ökologische Ausrichtung, die über das Maß der rechtlichen Vorgaben hinausgeht
• Hochkonzentrate – Verpackungsvermeidung; Transportreduktion

Hygienisch und gleichzeitig wirtschaftliche Methoden stehen in der Krankenhausreinigung an erster Stelle. Wischbezüge und Reinigungstücher müssen hygienisch aufbereitet werden. 
Nach der hygienischen Wäsche müssen diese für den Reinigungsprozess vorbereitet werden.
Angeboten werden für die desinfizierende und nicht desinfizierende Reinigung innovative Vortränksysteme, die für jede Objektsituation maßgeschneidert sind.
• Manuelle Vortränksysteme für die zentrale und dezentrale Vortränkung
• Maschinelle Vortränksysteme mittels Dosierstationen oder im Prozess der Reinigungsutensilienwäsche

Durch die Verwendung von Dosiergeräten  ist höchste Hygienesicherheit und gleichmäßige Dosierung von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln gewährleistet. Farb- und größencodiertes Zubehör sorgt für einen bedarfsgerechten Verbrauch und einen erhöhte Anwendungssicherheit.

Kostenkontrolle, Personalschutz, Hygienesicherheit und Zeitersparnis sind in der Praxis keine Schlagworte, sondern mit der richtigen Beratung und Schulung die zu den Serviceleistungen renommierter Anbietern gehört,  umsetzbar.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe I&I sind ein zuverlässiger Partner für die professionelle Reinigung und Hygiene im Gesundheitswesen.

Hygiene in der Lebensmittelindustrie

Aus einer, im Wesentlichen auf den Nahbereich konzentrierten Lebensmittelherstellung und Versorgung, wie sie noch Anfang des 19. Jahrhunderts üblich war, hat sich inzwischen eine zunehmend industrielle Lebensmittelfertigung entwickelt. Bei den heutigen Vertriebs- und Verbraucherstrukturen sind haltbare Lebensmittel gefragt, welche wir heutzutage im Einzelhandel erwerben können. Die Verbraucher-anforderungen an die angebotenen Produkte richten sich nicht nur an einen hohen Standard in punkto Qualität, Geschmack und Optik sondern letztendlich auch an deren Hygienesicherheit.

Zur Sicherstellung der erforderlichen Hygienestandards in der industriellen Lebensmittelherstellung und –verarbeitung (z.B. Getränkeherstellung, Fleischverarbeitung usw.) sind Qualitätssicherungssysteme in den Betrieben implementiert. Zumeist basieren diese Systeme auf dem HACCP-Konzept.

HACCP ist die Abkürzung für ’Hazard Analysis and Critical Control Points’ und bedeutet übersetzt ’Risikoanalyse kritischer Kontrollpunkte’. HACCP wurde ursprünglich in den 60er Jahren in den USA für die NASA (als Leitfaden zur Herstellung von Raumfahrernahrung) entwickelt. Es beruht auf dem ’NULL FEHLER PRINZIP’ und dient als Weg zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit bei der Produktion.

Eine HACCP-Analyse erfolgt in 7 Schritten, die wie folgt definiert sind:

• Gefahrenanalyse, Risikobewertung und Auflistung der möglichen Maßnahmen zur Beherrschung der Gefahren
• Festlegung kritischer Punkte  = Messpunkte
• Bestimmung der Soll-, Warn- und Grenzwerte  für alle CCP´s
• Festlegung von Überwachungsmaßnahmen
• Festlegung der Korrekturen bei Abweichung vom Sollwert
• Dokumentation
• Überprüfung des Eigenkontrollsystems (=Verifikation)

Obwohl HACCP in keiner der einschlägigen Verordnungen definitiv vorgeschrieben wird, muss auf jeden Fall ein Eigenkontrollsystem auf den Prinzipien des HACCP-Konzeptes umgesetzt sein. Das Resultat dieser Anstrengungen soll eine risikofreie Produktion im Sinne der ’Guten Hygienepraxis’ (GHP) sein. Es gibt kein vorgefertigtes HACCP-Konzept, da es immer auf die Gegebenheiten im jeweiligen Betrieb ankommt. Die Umsetzung kann aber sehr wohl mit externer Hilfe erfolgen, wobei jedoch der Haupteinsatz aus betriebseigener Kraft kommt. Das größte Potential für die Umsetzung einer ’Guten Hygienepraxis’, HACCP oder eines ähnlichen Eigenkontrollsystems steckt in den eigenen Mitarbeitern. Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sind hierbei ein wesentlicher Bestandteil.

Je nach Art des Betriebes, der eingesetzten Fertigungstechnologie und der produzierten Lebensmittel sind verschiedene Reinigungs- und Desinfektionsmittelsysteme erforderlich. Zum Einsatz kommen Produkte zur CIP-Reinigung (Cleaning in Place), Membranreinigung, Flaschen- und Gebindereinigung sowie zur Anlagenaußenreinigung. Weiterhin sind Reinigungsmaschinen, Geräte und Produkte zur Gebäudereinigung notwendig.


Neben der Betriebshygiene kommt der Personalhygiene in Lebensmittelbetrieben eine große Bedeutung zu. Lebensmittel sind Stoffe, die dazu bestimmt sind, von Menschen in unverändertem, zubereitetem oder verarbeitetem Zustand überwiegend zu Ernährungs- oder Genusszwecken gegessen, gekaut oder getrunken zu werden. Hierzu zählen u.a. Getränke, Molkereiprodukte sowie Fleisch und Wurstwaren.

Gleichzeitig sind Lebensmittel aber auch ideale Nährböden für Krankheitserreger wie z.B. Salmonellen. Bei unsachgemäßer Personalhygiene ist ein hohes Risiko für eine Lebensmittelvergiftung für den Konsumenten gegeben. Die Auswirkungen einer Lebensmittelvergiftung sind nicht zu unterschätzen. Für Säuglinge, Kleinkinder, kranke und alte Menschen kann sie lebensbedrohlich sein.

Durch richtiges Verhalten des Personals und Verwendung geeigneter Personalhygieneprodukte (Seifen, Handdesinfektionsmittel, Einmalhandtücher usw.) kann eine Übertragung von Krankheitserregern auf Lebensmittel und Getränke vermieden werden. Besonders wichtig ist es folgende Grundregeln zu beachten:

• Krankheiten dem Arbeitgeber melden
• Regelmäßige Körperpflege
• Ohr-, Hand- und Armschmuck ablegen
• Kopfbedeckung tragen
• Stets nur saubere Arbeitskleidung tragen 
• Wunden versorgen (Handschuh)
• Händewaschen und Desinfektion gewissenhaft vor Arbeitsbeginn, bei Arbeitsplatzwechsel und nach dem Toilettenbesuch durchführen

Die Mitgliedsfirmen der Arbeitsgruppe I&I erarbeiten mit Ihren jeweiligen Kunden individuelle Reinigungs- und Hygienekonzepte für die Betriebs- und Personalhygiene, welche den örtlichen Gegebenheiten, Erfordernissen und den rechtlichen Anforderungen (z.B. LMHVO) entsprechen.

Kein Ende des Kostendrucks in Sicht!

Steigende Rohstoffpreise sowie administrative Kosten für die Umsetzung von EU-Recht belasten die Hersteller von gewerblichen Reinigungsmittel.

„Es ist kein Ende des Kostendrucks in Sicht!“, melden die Mitglieder der Arbeitsgruppe I & I im Fachverband der Chemischen Industrie. Das sind Hersteller sowie Händler von Produkten und Systemen für Reinigung, Hygiene, Desinfektion und Werterhaltung für Österreichs Industrie, Gewerbe und Institutionen.

Die Preissteigerungen von Grundchemikalien in Deutschland, der Hauptbezugsquelle für Rohstoffe für die Branche, betrug in den ersten drei Quartalen 2011 im Durchschnitt über 7%  gegenüber dem Vorjahr. Zwar hat sich die allgemeine Steigerungsrate seit Sommer etwas verlangsamt, andererseits stiegen wesentliche Schlüsselrohstoffe für die Herstellung von gewerblichen Wasch- und Reinigungsmittel im Jahresvergleich deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Natronlauge und waschaktive Rohstoffe im September um 19,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Steigerungen von Phosphorsäure und Phosphaten  waren etwa doppelt so hoch, wie aus dem Rohstoffbericht des deutschen Schwesterverbands IHO vom November 2011 hervorgeht.

Auch die verstärkte Bemühung der Branche zu nachhaltigen Produkten hat seinen Preis. Die zur Zeit noch geringen Mengen an nachwachsenden Rohstoff tragen überproportional zu den Preissteigerungen bei.

Hinzu kommt noch, dass laufende Veränderungen im europäischen Chemikalienrecht den Druck auf die Rohstoffpreise auch künftig weiter verstärken werden. Die durch die Registrierung von Stoffen gemäß der REACH Verordnung entstehenden Kosten werden auf die Rohstoffpreise umgelegt. Einzelne Rohstoffe, deren Registrierung unwirtschaftlich ist, werden in absehbarer Zeit aus den Portfolios der Lieferanten gestrichen. Zulassungskosten für Wirkstoffe im Desinfektionsbereich werden ebenfalls an die Branche weitergegeben.

Effizienzsteigerungen und Rationalisierungsmaßnahmen, die von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe I&I zum Abfedern des Kostendrucks laufend gesetzt werden, können die Rohstoffpreiserhöhungen alleine nicht mehr wett machen. Eine moderate, anteilsmäßig Weitergabe der hohen Rohstoffkosten an die Kunden ist unvermeidbar.

Kontakt/Ansprechpartner

Dr. Christian Gründling

05 90900 3348

gruendling@fcio.at

CLP Umstellung

Umstellung auf die neue Einstufung und Kennzeichnung – Eine Herausforderung für Hersteller und Anwender!

 

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe I&I im Fachverband der chemischen Industrie setzen sich engagiert für Sicherheit und Umweltschutz ein.  Die sorgsame Auswahl von Rohstoffen für die Herstellung von Wasch- und Reinigungsmittel, die richtige Einstufung und Kennzeichnung von Wasch- und Reinigungsmittel, die Erstellung von aussagekräftigen Gebrauchsanweisungen sowie von notwendigen Sicherheitsdatenblättern sind nicht nur ein nachhaltiger Beitrag zur Reduktion von Risiken im Umgang mit Produkten, sondern ebenso eine ressourcenintensive Notwendigkeit zur Einhaltung von rechtlichen Regelungen.

 

In den letzten Jahren  müssen immer wieder neue chemikalienrechtliche Rahmenbedingungen der Europäischen Union beachtet werden. Detergenzienverordnung, REACH-Verordnung, Biozidprodukteverordnung sind nur einige Beispiele für umfangreiche EU-Rechtsakte, die beachtet werden müssen. Darüber hinaus ersetzt die CLP-Verordnung ab 1. Juni 2015 die österreichische Chemikalienverordnung  und ändert die Einstufung und Kennzeichnung von Wasch- und Reinigungsmitteln.

 

Neue Gefahrenmerkmale auf Basis von UN-GHS (Global Harmonisiertes System der Vereinten Nationen zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien) müssen beachtet werden. Neue Piktogramme (Abbildung 1), detaillierte Gefahren- und Sicherheitshinweise  geben dem Anwender Auskünfte zur sicheren Anwendung von Chemikalien. Auch die Sicherheitsdatenblätter werden aktualisiert. 

 

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe I&I setzen sich seit einiger Zeit proaktiv mit den neuen Anforderungen auseinander, um eine fristgerechte Umstellung zu gewährleisten.

 

  • Ab dem 1. Juni 2015 neu produzierte Wasch- und Reinigungsmittel sind gemäß der CLP-Verordnung einzustufen und zu kennzeichnen.

  • Produkte, die noch auf Basis der Chemikalienverordnung eingestuft und gekennzeichnet („orangefarbene Symbole“) sind, dürfen bis 1. Juni 2017 weiterhin verkauft werden.

  • Anwender können alle auf Lager befindlichen Produkte unbefristet weiter verwenden.

Trotz intensiver Bemühung der Branche, die Arbeitsabläufe bei den Kunden möglichst wenig durch die Umstellung auf die CLP-Verordnung zu beeinflussen, können die neuen, teilweise strengeren Regeln trotz unveränderter Rezeptur in Einzelfällen zu einer schärferen Einstufung führen, die beachtet werden müssen.  In Einzelfällen kann dies natürlich Auswirkungen auf die Arbeitsplatzevaluierung, Betriebsanweisungen bzw. die Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung haben. Gerade in der Umstellungsphase gilt besonders:


  • Vor Gebrauch eines Produkts das Etikett lesen

  • Das Sicherheitsdatenblatt und die darin empfohlenen Schutzmaßnahmen beachten

  • Das Produkt gemäß Gebrauchsanweisung anwenden

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe I&I haben gemeinsam mit dem Deutschen und dem Schweizer Waschmittelverband eine Broschüre erstellt, die die wesentlichsten Punkte der CLP-Verordnung für die Anwender erläutern. Diese Broschüre ist im Fachverbandsbüro (T: +43 (0)5 90 900 3340; E: office@fcio.at) erhältlich. Gerne unterstützen die Mitglieder der AG I&I sowie der Fachverband der chemischen Industrie bei der Umsetzung der neuen chemikalienrechtlichen Bestimmungen.

Neue EU-Regelung für Wasch- und Reinigungsmittel

Seit den 1970er Jahren hat sich in der Europäische Gemeinschaft sukzessive eine Gesetzgebung entwickelt, die die Abbaubarkeit von waschaktiven Substanzen regelt. Nun sollen 5 bestehende EU-Richtlinien in der Detergenzienverordnung zusammengefasst werden. Diese Regelung gilt für alle Wasch- und Reinigungsmittel, die zu Haushaltszwecken beziehungsweise im industriellen und institutionellen Bereich verwendet werden.
 
Endabbaubarkeit von waschaktiven Inhaltsstoffen (Tensiden)

Laut Gesetz müssen waschaktiven Inhaltsstoffe derzeit durch biologische Behandlung in Kläranlagen über 90% in kleinere Bruchstücke zerlegt werden können (=Primärabbaubarkeit) erreichen. Künftig dürfen nur noch jene Tenside eingesetzt werden, die zu 60% vollständig zu Kohlendioxid, Wasser und Salzen abbaubar sind (= Endabbaubarkeit). Damit erreicht man in einer funktionierenden Kläranlage eine Abbaurate von 95 bis 98 %.

Kennzeichnung zur Erhöhung der Anwendersicherheit

Neben der verbindlichen Kennzeichnung der Hauptbestandteilen von Detergenzien (bereits seit 1989 durch eine EU-Empfehlung unverbindlich vorgeschlagen), wird diese Kennzeichnung durch die konkrete Angabe von Konservierungsstoffen und Duftstoffen erweitert. Als zentrale Informationsquelle für gewerbliche Anwender dient weiterhin das Sicherheitsdatenblatt.

Durch die bereits erbrachten Vorleistungen der Mitgliedsbetriebe der Arbeitsgruppe I&I wird die Detergenzienverordnung, insbesondere im Hinblick auf eine EU-weite Wettbewerbsgleichheit, durchwegs positiv gesehen.